Über Prosecco

Proseccoreform DOCG

Ab ca. Oktober 2009 gibt es eine neue Proseccoreform. Hier drin wird wird eine neue Region festgelegt, die DOCG-Region. Dessen Kerngebiet und Anbaugebiet erstreckt sich entlang der Hügellandschaft zwischen den Städten Valdobbiadene und Conegliano in der Provinz Treviso mit insgesamt fünfzehn Gemeinden beiderseits des Flusses Soligo. Die bekanntesten Weinbaugemeinden sind außer den Hauptorten Valdobbiadene und Conegliano unter anderem San Pietro di Barboza, Santo Stefano, Guia, Col San Martino, Refrontolo, Rolle, Arfanta di Tarzo. Hier kam in der Vergangenheit der DOC-Prosseco her der im wesentlichen auf Spumante entfällt.
Der meiste Prosecco, der weltweit getrunken wird, ist leider Industrieware (oft nur banaler Frizzante), die zudem zum Teil aus anderen Anbaugebieten stammen.Dem will jetzt die DOC-Prosecco mit einer Änderung der Statuten Einhalt gebieten, Prosecco soll demnächst nur aus der DOCG Prosecco stammen, was heißt, das Anbaugebiet ist begrenzt, die Qualität wird garantiert und diese Garantie wird überprüft. So dürfen von nun an die Flaschen Prosecco, die auch so heißen, nur mehr im Anbaugebiet direkt gefüllt werden. Der Tanklastzug Prosecco, der dann im Belgien oder sonstwo vermischt und abgefüllt wird, ist somit Vergangenheit.
Die Schutzkonsortien in Italien sind übergeordnete Institutionen, die per Gesetz für die Organistion und Verwaltung der kontrollierten Ursprungsbezeichnungen (DOC) zuständig sind. Einem Schutzkonsortium schließen sich auf freiwilliger Basis verschiedene Kategorien von Produzenten an: Ob einzelne Weinbauern oder Weinbauernverbände, Weingüter oder große Schaumweinhersteller, alle haben das gemeinsame Ziel und Interesse, die Entwicklung der Ursprungsbezeichnung DOC voranzutreiben. Desweiteren garantieren sie, die Bestimmungen einzuhalten, die das Kontrollorgan für die Produktion vorschreibt. Aktuell zählt das Prosseco-Konsortium zur Zeit 166 Produzenten auf, die Frizzante und Spumante auf die Flasche bringen.
Die Geschichte des Schutzkonsortiums des Prosecco (Consorzio di Tutela del Prosecco) begann 1962. In diesem Jahr schlossen sich 11 Produzenten zusammen, darunter die wichtigsten Winzergenossenschaften und größten Schauweinhersteller, bildeten das Konsortium und stellten einen Vorschriftenkatalog für die Erzeugung auf. Sieben Jahre später, am 2.April 1969, mündeten ihre Bemühungen in der offiziellen Anerkennung des Ministeriums für Landwirtschaft: Seitdem gilt das Gebiet Conegliano-Valdobbiadene als alleinige DOC-Zone für den Prosecco und den Superiore di Cartizze, das heißt: Ausschließlich dieses Gebiet hat das Recht auf die kontrollierte Herkunftsbezeichnung des Prosecco.
Wiewohl dies die offiziellen Gründungsdaten des Konsortiums sind, darf an dieser Stelle nicht das Werk von Prof.Giovanni Dalmasso von der Weinbau-Versuchsanstalt von Conegliano vergessen werden. Bereits ab 1936 hatte er sich den Studien des Gebietes von Conegliano-Valdobbiadene gewidmet und im Bewußtsein der “uralten Tradition der Weißweinherstellung zum Ausbau von trockenen Perl- oder Schaumweinen” eine Gebietsbegrenzung vorgeschlagen. Dieser Vorschlag fiel auf Grund des Krieges ins Leere.
Das Konsortium enstand dank des Weitblicks der Gründer, die von Beginn an von der Weinbauschule und der Forschungs-und Versuchanstalt in Conegliano, von Institutionen der Region und Winzerverbänden ünterstützt wurden. Sehr früh erkannten sie, dass selbst für die edelsten Erzeugnisse die Gefahr der Nivellierung besteht, und sie setzten deshalb auf Qualität und eine klar wiedererkennbare Identität, um die tausendjährige Geschichte des Weinbaus auf den Hügeln von Conegliano-Valdobbiadene zu schützen und zu fördern.
Das Schutzkonsortium ist eine private Anstalt öffentlichen Rechts, die eine doppelte Aufgabenstellung hat: Einerseits arbeitet sie mit dem Staat zusammen, indem sie die Einhaltung der Produktionsregeln kontrolliert; andrerseits steht sie für den Willen der Hersteller, das Produkt zu verbessern und zu schützen.
Das Konsortium hat den im Statut definierten Zweck, die Qualität des Prosecco DOC zu garantieren und zu steigern, sowie seine Verbreitung und sein Ansehen in Italien und dem Ausland zu fördern. Um diese Ziele zu erreichen, kann es sowohl auf eigene Strukturen zurückgreifen, als auch auf die technischen und wissenschaftlichen Institutionen der Region.
Das Konsortium bedient sich eines autorisierten önochemischen Labors sowie einer weinbautechnischen Abteilung, um die Aufgaben der Entwickung, technischen Beratung, Forschung und Versuche auszuführen. Das Labor führt Kontrollen der Mostqualität durch und der Trauben im Weinberg, um den optimalen Lesetermin in den verschiedenen Zonen zu bestimmen. In regelmäßigen Abständen prüft es die Qualität der Weine seiner Mitglieder. Dies erfolgt mittels Analysen und Verkostungen, wobei den besten Partien das Gütesiegel des Konsortiums verliehen wird.
Alljährlich werden den Weinen auf dem heimischen und ausländischen Markt Proben entnommen, um die Qualität sowie den Stand der Haltbarkeit zu kontrollieren. Die Ergebnisse dieser Proben werden bei Informationsveranstaltungen veröffentlicht, die Angestellte des Konsortiums in Zusammenarbeit mit Winzerverbänden organisieren. Das Konsortium, mit der Aufgabe betreut, das Ansehen des Prosecco di Conegliano-Valdobbiadene in Italien und im Ausland zu verbreiten und zu stärken, wirbt um Besucher, nimmt an Messen und Veranstaltungen in Italien und im Ausland teil und organisiert Informationsreihen über des Anbaugebiet und sein Produkt. In seinem unentwegten Einsatz wird das Konsortium von der Handelskammer, lokalen, regionalen und nationalen Einrichtungen unterstützt.
Die Aktivitäten des Konsortiums werden über die Beiträge der Mitglieder finanziert. Die Beitragshöhe wird im Verhältnis zur produzierten Traubenmenge und verkauften Flaschenanzahl der einzelnen Weingüter berechnet. Weinbauer und Abfüller sind gleich gestellt, sodass, wie im Statut vorgeschrieben, niemand bevorzugt wird. Übergeordnet sind stets die Belange des Produktes Prosecco DOC.

Gütesiegel

Das historische Gütesiegel des Konsortiums
Ein rotes „P“ auf weißem Grund, umrahmt von einer stilisierten mittelalterlichen Mauer: Das ist das historische Gütelsiegel der Produzenten des Schutzkonsortiums. Es ist ein Symbol, das über die Jahre hinweg seinen ästhetischen Wert bewahrt hat, repräsentativ und evokativ, eine wirkungsvolle Synthese der Zwecke des Konsortiums.
Die von Mauern umgebene Stadt des Mittelalters – ein Kern, um den sich viele Städte der Treviser Gegend entwickelt haben – wird so zum Symbol für die Aufgaben des Konsortiums: Das historische Gütesiegel drückt den Willen einer Gemeinschaft aus, ihr eigenes Produkt zu verteidigen. Es stellt die Qualität und Unverfälschtheit des Prosecco von Conegliano-Valdobbiadene dar und ist eine zusätzliche Garantie für den Weinkonsumenten.
Das Logo ist der glücklichen Eingebung von Prof. Moretti, Leiter der Weinbauschule in Conegliano, und von Prof. Italo Cosmo, Direktor der Versuchsanstalt, zu verdanken.
Realisiert hat es 1962 Alessandro Dalla Barba.

Wie entsteht Prosseco DOC

Wie entsteht Prosseco DOC:

Die Lese: Diese wichtige Phase begleitet das Schutzkonsortium von Beginn an. Es misst den Reifegrad der Trauben, gibt den Weinbauern letzte Ratschläge und in einer gemeinsamen Sitzung mit den Weinproduzenten wird über den Lesebeginn in den verschiedenen Gebieten entschieden.
Die Pressung: Sobald das handverlesene Traubenmaterial von den verschiedenen Weinbergen in den Kellern angeliefert ist, beginnt die Verarbeitung mit der Pressung der Trauben. Es sind dabei hochentwickelte Maschinen im Einsatz, die sehr sanft, mit geringstem Druck auf das Lesegut einwirken, sodass ausschließlich der Vorlaufmost aus dem Fruchfleisch der Trauben extrahiert wird. Laut der Produktionsregeln des Schutzkonsortiums dürfen aus 100 Kilo Trauben maximal 70 Liter Wein gewonnen werden. Aus dem noch feuchten Trester (den ausgepressten Schalen) wird der duftende, leichte “Grappa di Prosecco” destilliert.
Die Entschleimung: Nach der Pressung ruht der trübe Most in gekühlten (5-10° C) Stahltanks. Nach etwa 10-12 Stunden hat sich der Trub auf dem Boden des Tanks abgesetzt, der saubere Most kann abgezogen und die Gärung in Gang gebracht werden.
Die Vinifikation: Die Umwandlung von Most zu Wein erfolgt dank der Hefen, die die alkoholische Gärung herbeiführen. Der Prozess dauert etwa 15-20 Tage und findet in Stahltanks statt, deren Temperatur konstant auf 18-20° C gehalten wird. Üblicherweise wird das Traubengut verschiedener Weingärten nach Lagen getrennt ausgebaut.
Die Versektung: Erst wenn der Grundwein blank, d.h. vollständig geklärt ist, kann die zweite Gärung in Gang gesetzt werden. Dabei spielen Stil, Geschmack und Erfahrung des Önologen eine entscheidende Rolle. Nach genauer Prüfung und Verkostung der Grundweine werden die verschiedenen Partien assembliert: Die Weine, die bisher nach Herkunft, Zeitpunkt der Lese und organoleptischen Eigenheiten getrennt gehalten wurden, werden nun in einem bestimmten Verhältnis zueinander verschnitten. Das geschieht, um eine perfekte Harmonie zwischen den Komponenten zu erzielen.
Nur manch rare Partie einer besonderen Einzellage (Cru), deren Trauben bereits im Weinberg ein unverwechselbarer Stil oder makellose Ausgewogenheit auszeichnet, wird unverschnitten versektet.
Die Abfüllung: Je nach Weintyp werden unterschiedliche Flaschenformen verwendet: Für den “Tranquillo” (Stillwein) die Rheinweinflasche oder die Burgunderflasche, die Champagnerflasche für den “Frizzante” (Perlwein), und die klassische Prosecco-Flasche für den “Spumante” (Schaumwein). Alle Flaschen sind aus dunkelgrünem Glas gefertigt, um den Wein vor schädlichem Lichteinfluß zu schützen. 30-40 Tage ruht der Wein auf der Flasche, dann ist er für den Verkauf bereit.

Alles über die Rebsorte des Proseccos

Im Laufe von Jahrhunderten haben die Weinbauern im Hügelland um Conegliano-Valdobbiadene ihre sonnigsten Hänge in Weingärten verwandelt. Der Prosecco wird hier seit über 200 Jahren angebaut.
Seit Beginn des 19.Jahrhunderts, mit der Gründung der Weinbauschule und der Forschungs-und Versuchanstalt in Conegliano, wird die Erforschung und die Verbreitung der Rebsorte Prosecco im gesamten Anbaugebiet vorangetrieben. Die Herkunft dieser Rebsorte ist nicht genau geklärt. Aber es heißt, dass sie schon im Römischen Reich unter dem Namen “Pucino” verbreitet war und einen Wein hervorbrachte, den Kaiserin Livia Augusta besonders schätzte. Sicher ist jedenfalls, dass die Prosecco-Rebe seit über zwei Jahrhunderten in den Hügeln von Conegliano-Valdobbiadene ein ideales Habitat findet, in dem sich inzwischen auch verschiedene Biotypen verbreitet haben. Einer davon, der Prosecco Balbi, ist die Frucht einer Klon-Selektion, die der Graf Balbi Valier in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts vorgenommen hatte. Er wird noch heute angebaut.
Der Prosecco Balbi ist erste Selektion, die schriftlich dokumentiert wurde. In den vergangenen 30 Jahren hat sich die Forschungs- und Versuchsanstalt für Weinbau immensen Recherchen gewidmet, die folgendes Ziel haben: Die Rebsorte an die unterschiedlichen Wachstumsbedingungen im Hügelland um Conegliano-Valdobbiadene anzupassen, um die Typizität des Produktes zu schützen und zu gewährleisten.
Prosecco ist eine kräftige und starkwüchsige Rebe, mit haselnussbraunen Trieben. Ihre Trauben sind eher groß, länglich und lockerbeerig, die Beeren schimmern goldgelb zwischen großen Blättern von leuchtendem Grün.
Welche Rebsorten tragen zur Produktion des weltweit bekannten und geschätzten Prosecco di Conegliano-Valdobbiadene bei?
Die Prosecco-Rebsorte macht die Grundstruktur der Weine aus Conegliano-Valdobbiadene aus. Aber Verdiso, Perera und Bianchetta, die als weniger bedeutsame Rebsorten gelten, dürfen im Prosecco DOC-Gebiet bis zu 15 Prozent beigefügt werden. In manchen Jahrgängen und in einigen Unterzonen können ihre Eigenschaften zur organoleptischen Ausgewogenheit des Proseccos beitragen.
Der Anbau von Verdiso ist im Gebiet von Conegliano seit 1700 dokumentiert. Im 19.Jahrhundert hatte er sich zur am stärksten verbreiteten Rebsorte entwickelt. Heute kommen seine Säure und guter Geschmack der Prosecco-Herstellung zugute. In heißen Jahrgängen spielt der Verdiso eine wichtige Rolle, um den Säuregehalt auszugleichen und so die typische Frische des Prosecco zu gewährleisten.
Die Perera wurde in der Provinz Treviso schon im 19.Jahrhundert angebaut. Vor allem in der Gegend um Valdobbiadene fügte man sie dem Prosecco in geringen Mengen bei, um Duft und Aroma zu erhöhen. Der Name (pera=Birne) bezieht sich entweder auf den Geschmack des Fruchtfleisches, der tatsächlich an Birnen erinnert, oder er leitet sich, was wahrscheinlicher ist, von der Form der Traube ab, die wie eine große, umgedrehte Birne aussieht.
Die Bianchetta ist seit dem 16.Jahrhundert dokumentiert und stammt nach den Studien einiger Autoren aus der Gegend von Treviso. Sie hat den Vorteil, früher zu reifen als der Prosecco, und kommt deswegen vorwiegend in kühlen Jahrgängen zum Einsatz, um den Prosecco zu verfeinern und abzurunden. Dank ihrer Frühreife kann sie, wie auch Verdiso, in den höheren und schwierigeren Lagen angebaut werden.

Die Proseccotypen

Der Prosecco DOC wird nach präzisen Regeln hergestellt, die seine Einzigartigkeit und Authentizität gewährleisten. Er basiert auf einer Tradition, die sich weiterentwickelt und an die Bedürnisse der Zeit angepaßt hat, ohne ihre klare und unverwechselbare Identität zu verlieren.
Ob als Stillwein (Tranquillo), Perlwein (Frizzante) oder Schaumwein (Spumante) ausgebaut, den Prosecco DOC aus Conegliano-Valdobbiadene erkennt man an seiner leicht strohgelben Farbe, seinem schlanken Körper und seinem einzigartigen Duft nach Früchten und Blüten.

Hier eine kurze Beschreibung der Charakteristika der verschiedenen Weintypen:

Spumante (Schaumwein)
Im Spumante (Schaumwein/Sekt) kommt der gleichzeitig lebhafte und entschiedene Charakter des Prosecco voll zum Ausdruck. Er wird vorwiegend in zwei Versionen produziert, als Extra Dry und als Brut. Bei der ersteren wird die Zweitgärung unterbrochen, um einen geringen Restzucker von 12-20 Gramm pro Liter zu behalten; beim Brut indessen wird sie fast zu Ende geführt, so dass er mit maximal 15 Gramm Restzuckergehalt pro Liter trockener und herber ausfällt.

Brut
Der Brut ist der modernste der Prosecco-Typen, und er hat großen internationalen Erfolg. Er zeichnet sich durch einen reichhaltigeren Duft nach Zitrusfrüchten und vegetale Noten aus, ergänzt durch einen angenehmen Anklang von Brotkruste, auf dem Gaumen vereint zu einem schönen, spritzigen Geschmackserlebnis. Seine feine Perlage sorgt für ein langes Anhalten des Geschmacks und hinterläßt einen sauberen Gaumen, was diesen Spumante zum idealen Speisenbegleiter macht.
Er sollte auf 7-9° C gekühlt serviert werden und paßt zu allen Vorspeisen auf Fisch- und Gemüsebasis, Meeresfrüchten und Fisch, im Ofen gebacken, oder man genießt ihn, wie im Angebaugebiet üblich, zum gesamten Menü.
Extra dry
Der Extra Dry ist der “klasssische” Prosecco, der die Rebsortenaromatik mit der durch die Kohlensäure-Bläschen hervorgehobenen Geschmacksintensität vereint. Seine Farbe ist ein leuchtendes Strohgelb, das durch die Perlage noch lebendiger wirkt. Seine Aromatik ist frisch und reich an Obstnoten, Apfel und Birne mit Nuancen von Zitrusfrüchten, die in ein floreales Bukett übergehen. Am Gaumen wirkt der Wein weich und dank seiner recht präsenten Säure gleichzeitig trocken.
Er ist ein optimaler Aperitif und wird am besten bei einer Trinktemperatur von 8-10° C serviert. Er ist ein guter Begleiter zu Gemüsesuppen und Meeresfrüchten, Nudelgerichten mit feinen Fleischsaucen, Frischkäse und weißem Fleisch, vor allem zu Geflügel.
Superiore di Cartizze
Er ist für die besonders schönen Momente des Lebens gedacht.
Schon die Farbe läßt auf seine höhere Intensität schließen, die in der Komplexität seiner einladenden und vielfältigen Aromen zum Vorschein kommt: vom Apfel über die Birne, von Aprikose über Zitrusfrüchte bis hin zur Rose und einer angenehmen Note nach glasierter Mandel im Nachgeschmack. Fast ausschließlich als Dry ausgebaut (mit einem Restzuckergehalt von 17-35 g/l), paßt dieser Schaumwein besonders gut zu den traditionellen Desserts der Region, von Mürbteiggebäck über Obstkuchen bis hin zur süßen Variante der Focaccia, einem Blechkuchen aus Hefeteig.
Der Cartizze ist nicht nur der optimale Abschluß eines Festmahls, sondern auch ein idealer Auftakt: Man stößt mit ihm an, und er stimmt die Menschen bei jeder Feierlichkeit noch festlicher.
Frizzante (Perlwein)
Er ist das einfachere und unmittelbare Prosecco-Trinkerlebnis, gedacht für die junge Generation und um weniger erfahrene Weinkonsumenten an den Prosecco heranzuführen. Wird er auf der Flasche vergoren (Sur lie), ist er der authentische Botschafter der Winzer-Tradition, ein ursprünglicher Wein, trocken, bekömmlich und leicht.
Wird er in Drucktanks vergoren, das ist die verbreitetere Methode, vereint Prosecco Frizzante die typischen Duftnoten der Traubensorte mit dem zarten Prickeln der Kohlensäure zu großer Frische. Seine Farbe ist typisch strohgelb, in der Nase weist er reiche fruchtige und floreale Noten auf, vorwiegend jene von grünem Apfel und Zitrone.
Ideal serviert mit 8-10° C, als Aperitif und Begleiter zu Antipasti und einfachen Vorspeisen.
Tranquillo (Stillwein)
Das ist die außerhalb des Anbaugebietes am wenigsten bekannte Variante des Prosecco.
Er wird aus sehr reifem Lesegut hergestellt, das von dichter bepflanzten und ertragsschwachen Weinbergen stammt. Die Vinifizierung sieht auch eine kurze Kaltmazeration auf der Schale vor, um dem Wein mehr Aromen und Struktur mitzugeben.
Seine Farbe ist ein zartes Strohgelb, sein Duft erinnert an Apfel, Birne, Mandel und Blütenhonig. Die Geschmacksstruktur ist mild und lang anhaltend, mit einem leichten, angenehmen Bittermandelton im Nachklang, der ihm mehr Ausdruck und Komplexität verleiht.
Auch wenn es sich um keinen Wein handelt, der durch Alterung gewinnt, kann er auch noch in seinem zweiten Jahr mit Genuss getrunken werden.
Er sollte mit 10-12° C getrunken werden, z.B. zu feinen Vorspeisen auf Fisch- und Gemüsebasis, und er passt ausgezeichnet zu den traditionellen marinierten Häppchen aus Venetien.

Neuer Prosecco-Name

GLERA
Mit der Änderung des Produktionsdiziplinars für Prosecco bekommt die Rebsorte auch einen neuen Namen. Außerhalb des abgegrenzten Produktionsgebietes der vier Provinzen im Friaul und der fünf Provinzen im östlichen Veneto um Treviso herum darf die Sorte nur mehr als Glera bezeichnet werden. Eine Änderung der Liste der zugelassenen Rebsorten ermöglicht diese Einschränkung.
Die Glera-Traube wurde um 1830 aus dem Karst-Dorf Prosecco ins heutige Prosecco-Gebiet um Valdobbiadene exportiert. Dort machte der aus ihr erzeugte Schaumwein – nach dem Herkunftsort der Rebsorte Prosecco benannt, Karriere in der ganzen Welt. Den Grundwein, die Glera, hat man im Karst erst vor einiger Zeit wieder entdeckt.
Als frischer Wein mit einem Alkoholgehalt bis zu 13% passt er wunderbar zu Antipasti und Fischgerichten.

Die Bedeutung des Etiketts

Bei den Schaumweinen kann das Gütezeichen D.O.C. auf dem Etikett durch die Bezeichnung V.S.Q.P.R.D. ergänzt oder ersetzt werden. Auch die Bezeichnung weist darauf hin daß der Schaumwein aus einem D.O.C. Gebiet stammt. Auf dem Etikett wird außerdem die Kategorie des Schaumweines angegeben die anhand des Restzuckergehaltes festgelegt wird. Bei den D.O.C. Schaumweinen hat der Erzeuger die Möglichkeit nicht die Kategorie auf dem Etikett anzugeben sondern einfach nur den Restzuckergehalt also z.B. 15g/l = extra dry

zwischen 0 und 6 g/l = extra brut
unter 15g/l = brut
zwischen 12 und 20g/l = extra dry
zwischen 17 und 35g/l = dry
unter 50g/l = dolce
 
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